Peru - ein Land der Gegensätze
Peru ist faszinierend durch seine gigantische Landschaft und die riesige unberührte Natur, mit Bergen bis 6768m Höhe ( Huascaran), mit dem Urwald und einer üppigen subtropischen Vegetation, mit seinen gastfreundlichen Menschen und mit seiner Hauptstadt Lima mit ca.12 Millionen Einwohnern.
Unsere Peru- Rundreise begann nach 16 h Flug von Berlin über New- York nach Lima, im Stadtteil Miraflores von Lima. Nach kurzem Schlaf, einem leichten Erdbeben und der Zeitumstellung von 7h besichtigten wir müde die Pazifikküste im noblen Stadtteil Miraflores, mit Hochhäusern und Paragleitern, Wellensurfern und Einkaufsmeilen. Die Hauptstadt Lima ist gekennzeichnet durch seine Schönheit und seine Hässlichkeit, eine einzige Baustelle, die Stadt der Könige und der Geschichte, pulsierend wie jede Weltstadt und doch geprägt von der Armut der Bevölkerung.
Im Zentrum Lima´s befinden sich präinkanische Ruinen neben Gebäude aus der Kolonialzeit, die einen merkwürdigen Kontrast zur modernen Stadtlandschaft einer Großstadt bilden.
Eine Stadtrundfahrt in Lima beweist, dass Lima genügend Museen, Kirchen, Kolonialgebäude und außergewöhnliche Architektur besitzt, um Touristen wochenlang glücklich zu machen. Wir fliegen allerdings am nächsten Tag weiter in die Weiße Stadt Arequipa und das umliegende Colcatal. Hier begann unauffällig unsere Höhenanpassung, denn Arequipa liegt bereits auf 2300m.Unser Hotel lag direkt an der Plaza de Armas, einem Platz, geprägt von prächtigen Kolonialgebäuden und umsäumt von Palmen.
Wir frühstückten auf der Terrasse des Herrenhauses von Francisco Pizarro, dem spanischen Eroberer Peru´s, mit einem atemberaubenden Blick auf die Plaza de Armas. Danach haben wir die eindrucksvollen umstehenden Kirchen und Gebäude der Plaza und das farbenfrohe Karmeliterkloster besichtigt. Was Arequipa so unwiderstehlich macht, ist die ganz offensichtliche Lust der Einwohner, die guten Dinge des Lebens zu genießen, insbesondere das Essen. Wir haben uns auch daran probiert und haben das Nationalgericht Cui ( gebratenes Meerschweinchen) bestellt.
Arequipa ist die 2. größte Stadt von Peru, hat 760 000 Einwohner und ist von einer Natur umgeben (Colca-tal), wie man sie nur selten findet. Wir haben schneebedeckte Vulkane gesehen und haben die höchste öffentliche Toilette der Welt auf 4200m erlebt, sind durch hochgelegene Wüsten gefahren, haben uns in heißen Schwefelquellen geaalt und haben am tiefsten Canyon der Welt auf 4900m Höhe die Condore im Aufwind gleiten gesehen.
Nach einer langen und landschaftlich traumhaften Busfahrt erreichten wir Puno auf 3800m und den Titikakasee am späten Abend mit Kopfschmerzen und zurückhaltender Stimmung.
Puno ist eher eine braune Stadt, die Ton in Ton mit den Bergen am Fuß des Titikakasee´s liegt. Mit einer Bootsfahrt über den Titikakasee, dem Besuch der Urus auf den schwimmenden Inseln , sowie Taquile, dem Dorf der strickenden Männer, eröffneten sich für uns neue Horizonte.
Die Urus haben auf schwimmenden Binsenwurzelballen ein Leben aus Binsen errichtet. Sie verwenden die Binsen, die teilweise essbar sind ( aber eigentlich fürchterlich schmecken) zum Bau ihrer Häuser und Boote. Die Inseln bestehen aus vielen Schichten von Binsen und müssen ständig von oben aufgefüllt werden, da sie von unten vermodern. Ein lustiger Höhepunkt war die Anprobe der Uru-tracht und die Bootsfahrt mit dem Schilfkanu über den Titikakasee.
Weiter ging es per Motorboot zur Insel Taquile die 3h von Puno entfernt liegt und in sichtbarer Entfernung die riesigen schneebedeckten Berge von Bolivien erkennen lässt. Dort stricken die Männer die schönsten und buntesten Mützen, um sich die Gunst der Frauen zu erobern.
Unser nächstes Ziel war Cusco, die alte Hauptstadt des Inka-Reiches auf 3326m Höhe und das heilige Tal. Heute leben in Cuscu 322 000 Menschen und die einzige Fabrik in der Stadt ist eine Brauerei, die das wirklich gute Cusquena-Bier braut. Die Stadt lebt nur vom Tourismus. Einzigartig sind die Kolonialbauten und die Kathetrale am Plaza de Armas mit ihren verschiedenartigen prunkvollen Kirchenschiffen.
Cusco stellt für uns die schönste Stadt in Peru dar. Auf ihren engen kopfsteingepflasterten Straßen laden in Cusco Boutiquen, Märkte und unzählige Lokale zum Kaufen und Verweilen ein.
Hier teilt sich unsere Reisegruppe kurzzeitig in 2 Teile auf, die „Harten“ und die „Weichen“. Die „Harten“ brechen mit Schlafsack und Rucksack um 3.00Uhr morgens zum Inka-trail auf und die „Weichen“ erleben einen Museumstag in Cusco. Während die „Harten“ 5 h steil (fast aufgebend und nach Luft schnappend !) bergauf zum 4600m hohen Berg Salkantay zu Fuß unterwegs sind, sitzen die „Weichen“ noch am Frühstückstisch.
Die eine Gruppe befindet sich die nächsten 3 Tage mit einem Koch, 4 Trägern, 7 Mulis und 2 Bergführern auf dem Inkatrail in Richtung Machupicchu und übernachteten sehr abenteuerlich bei 0 Grad im Zelt. Man erreicht aufgrund der Höhe seine körperliche Grenze leicht. Nicht nur die Landschaft fasziniert, mit Pflanzen, die man in Europa nur aus Gewächshäusern kennt, sondern auch die abschließende Fahrt mit der einheimischen Zuglinie Inkarail war ein Erlebnis.
Die andere Gruppe besichtigte nahe gelegene Inka-Bauwerke und das Urubambatal und trifft ebenfalls nach 3 erlebnisreichen Tagen zeitgleich im Ort Machupicchu ein.
Die Wiedersehensfreude war groß !
Gemeinsam sind wir dann zur verlorenen Inkastadt Machu Picchu aufgebrochen. Trotz des riesigen Touristenrummels wirkt der Ort nach wie vor mystisch und erhaben. Beeindruckend ist die Baukunst der Inka-Stadt, die an senkrechten Felswänden erbaut wurde. Es ist für jeden Peru-Tourist ein „ Muß“.
Leider begann auch hier unsere Rückreise. Wir fuhren mit der Inkarail-Bahn Richtung Cusco. Von Cusco ging es per Flugzeug zurück nach Lima. Nach einem weiteren erlebnisreichen Tag in Lima ging in der Nacht unser Flug nach New York City. Dort waren uns die 11 h Aufenthalt mit Stadtrundfahrt trotzdem viel zu kurz, bevor es weiter zurück nach Berlin ging.
Dieser Urlaub war für uns ein großes, erlebnisreiches Abenteuer, was man erst nach und nach zu Hause aufarbeiten kann.
Man kann es nicht beschreiben, man sollte es selbst sehen, erleben, schmecken und fühlen!
Viele liebe Grüße
Kay und Heike |